Ende Juli und Anfang August zeigt sich Lappland von einer besonders schönen Seite: Die Landschaft beginnt vielerorts violett zu leuchten.
Die Ursache dafür ist die Besenheide, die hier in Nordschweden sehr zahlreich wächst. Wenn sie in voller Blüte steht, wirkt es fast so, als hätte jemand einen violetten Teppich über die Landschaft gelegt.
Für mich ist diese Zeit auch die Gelegenheit, Heide zu sammeln und für später haltbar zu machen.
Sammeln und Trocknen
Ich ernte die Heide während ihrer Blüte und lasse sie anschließend schonend an der Luft trocknen. Wichtig ist dabei, dass das Pflanzenmaterial gut durchgetrocknet ist, bevor es in einem geeigneten Behälter aufbewahrt wird.
Getrocknet verwende ich die Heide unter anderem für meine persönliche Waldteemischung. Die kleinen Blüten haben einen angenehm milden, leicht süßlichen honigartigen Duft und passen wunderbar zu anderen Pflanzen aus dem Wald.
Was macht die Heide so interessant?
Die Besenheide wird seit langer Zeit traditionell als Heil- und Nutzpflanze verwendet. Ihr werden unter anderem beruhigende und entspannende Eigenschaften zugeschrieben. Deshalb findet sie traditionell bei Unruhe, Stress und Schlafproblemen Verwendung.
Darüber hinaus wird die Heide in der Pflanzenheilkunde auch im Zusammenhang mit entzündlichen Beschwerden, Beschwerden der Harnwege und rheumatischen Beschwerden eingesetzt.
Dabei sollte man allerdings zwischen traditioneller Verwendung und wissenschaftlich gesicherten medizinischen Wirkungen unterscheiden. Nicht jede überlieferte Anwendung ist automatisch wissenschaftlich belegt.
Pflanzen als Unterstützung – nicht als Allheilmittel
Ich persönlich sehe Kräuter und Wildpflanzen als wertvolle Unterstützung und als Teil einer ganzheitlichen Lebensweise.
Eine Pflanze kann viel können und manchmal tatsächlich erstaunliche Eigenschaften besitzen. Trotzdem würde ich sie niemals als Allheilmittel betrachten.
Beschwerden können viele verschiedene Ursachen haben. Deshalb ist es wichtig, nicht nur ein einzelnes Symptom zu betrachten, sondern den Menschen als Ganzes.
Für mich gehören dabei Körper, Geist und Seele zusammen.
Kräuterwissen bedeutet für mich deshalb nicht, für jedes Problem einfach die passende Pflanze zu suchen. Es bedeutet auch, aufmerksam zu sein, Zusammenhänge zu erkennen und die Grenzen der Selbstanwendung zu kennen.
Wenn Beschwerden stärker sind, länger anhalten oder unklar sind, sollte deshalb immer medizinischer Rat eingeholt werden.
Die Natur kann uns begleiten und unterstützen – aber sie muss nicht alles alleine lösen.
Ein wichtiger Schatz für unsere Bienen
Die Heide ist aber nicht nur für uns Menschen interessant. Wenn sie Ende Juli und Anfang August in voller Blüte steht, wird sie auch für unsere Bienen zu einer wichtigen Nahrungsquelle.
Dann herrscht rund um die Heideflächen ein regelrechtes Summen. Die zahlreichen kleinen Blüten bieten den Bienen Nektar und machen die Heide damit zu einem wichtigen Teil ihres sommerlichen Nahrungsangebots.
Wir haben das große Glück, selbst Bienen zu halten und jedes Jahr unseren eigenen Heidehonig ernten zu dürfen.
Für mich ist das etwas ganz Besonderes: Die Bienen sammeln den Nektar aus der Landschaft, in der wir leben, und am Ende dürfen wir ein kleines Stück dieses nordischen Sommers genießen.
Heidehonig ist für mich deshalb mehr als einfach nur Honig. Er verbindet unsere Bienen mit der Landschaft und mit dem kurzen, intensiven Sommer hier oben in Lappland.
Die Heide ist damit ein schönes Beispiel dafür, wie eng alles miteinander verbunden ist: Die Pflanze ernährt die Bienen, die Bienen bestäuben Pflanzen und tragen damit zum Ökosystem bei – und wir dürfen sowohl die Pflanze als auch den Honig nutzen und genießen.
Mehr über die Heide
Die violetten Heideflächen in Lappland sind für mich jedes Jahr ein kleines Highlight des nordischen Sommers. Und vielleicht macht genau das die Beschäftigung mit Wildpflanzen so spannend: Man läuft durch die Landschaft und entdeckt plötzlich, dass hinter einer scheinbar unscheinbaren Pflanze eine lange Geschichte und eine erstaunliche Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten steckt.
Wenn ihr mehr über die Heide, ihre Inhaltsstoffe, traditionelle Anwendung und mögliche Verwendung erfahren möchtet, findet ihr weitere Informationen in meinem Blog.
Und wenn ihr selbst Erfahrungen mit Heide habt oder eine besondere Verwendung kennt, schreibt mir gerne. Ich freue mich immer über eure Tipps und Anregungen.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen